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Diskussionsabend: Rönsahler Männerforum blickt auf Zukunft unserer Kirchen
19.3.2025

Von Rainer Crummenerl
RÖNSAHL + „Was wird aus unseren Kirchen…wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Mit dieser Frage befasste sich das Rönsahler Männerforum, eine seit mittlerweile seit 20 Jahren bestehende ökumenische Gesprächsrunde in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde in Rönsahl bei ihrem ersten Treffen in diesem Jahr.
Wie sehr diese Frage von großem öffentlichen Interesse ist, war nicht zuletzt am außerordentlich guten Besuch des Treffens ablesbar, denn immerhin rund 25 Männer unterschiedlichen Alters waren am Donnerstagabend in der Jugendetage des Gemeindehauses zusammen gekommen, um unter Leitung von Ingmar Theis einen Blick auf die voraussichtlich zu erwartende Zukunft der Kirche – und hier speziell die drei von der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe und Rönsahl unterhaltenen Kirchengebäude nebst den dazu gehörigen Gemeindehäusern. Anlass zu diesem Gesprächsabend war die in zunehmendem Maße zu beobachtende angespannte Finanzlage der Kirchengemeinde und die daraus bereits erfolgte resultierende Schließung von Kirchrngebäuden. Erst kürzlich hatte sich die Gemeinde Klaswipper in der unmittelbaren rheinischen Nachbarschaft notgedrungen dazu entschließen müssen, das Kirchengebäude in Klaswipper wegen irreparabler baulicher Schäden für den Publikumsbesuch zu sperren. Eine nachfolgende Aufgabe des Gebäudes scheint damit wahrscheinlich.

Soweit sei es, so erfuhren die Teilnehmer an der Gesprächsrunde des Männerforums, in Kierspe und Rönsahl glücklicherweise (noch) nicht, wenngleich auch bei den hiesigen Kirchgebäuden ein erheblicher Renovierungsstau zu verzeichnen sei. So war allein für den Bereich der Servatiuskirche von einem Finanzbedarf von rund 700.000 Euro zur Beseitigung von bestehenden Sachzwängen die Rede, und der Fehlbetrag für Renovierungsarbeiten an der Margarethenkirche übersteige gar 1 Mio. Euro, wie es dazu hieß. Zwar sei die Landeskirche im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach wie vor um die Erhaltung dieser Kirchen bemüht, aber der sich fortsetzende Säkularisierungsprozess (Gemeindegliederschwund und damit rapide sinkende Kirchensteuereinnahmen) habe namentlich in den letzten Jahren für erhebliche finanzielle Engpässe bei der Zuweisung von Geldern für den Erhalt der Kirchen in den Gemeinden gesorgt. Allein in Rönsahl, der ohnehin kleinsten Gemeinde im hiesigen Kirchenkreis, seit der Mitgliederstand an erwachsenen Gemeindegliedern von 1000 auf derzeit 700 gesunken.
„Alte Kirchen sind zwar schön, aber sie fressen uns finanziell auf“, so eine der an diesem Abend geäußerten Meinungen. Und dennoch gelte, dass man sich eher von neueren Kirchen trennen könne als von alten Kirchgebäuden mit ihrer Fülle an Historie. Es gelte zu gewährleisten, dass sowohl die im Jahre 1766 nach dem damaligen verheerenden Schadensfeuer im gesamten Dorf unter Regie von Pastor Heuser an alter Stelle wieder aufgebaute denkmalgeschützte Servatiuskirche als auch die Margarethen – und auch die Christuskirche längerfristig und möglichst in der zugedachten Funktion zu erhalten seien, so die Quintessenz der Diskussionsbeiträge.
Vor Beginn des Diskussionsabends hatte das Männerforum die Einladung zu einer Führung im ehemaligen und im Jahre 2017aufgegebenen Gebäude der damaligen katholischen St.-Engelbert-Kirche wahrgenommen, das seitdem von einem Privatmann in gekonnter Weise zu musealen Zwecken genutzt wird.