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Die allerschönste Weisheit

4.9.2022

Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Mathea Dieker, Pfarrerin im Probedienst im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. (Grafik: EKKLP)
Das Wort zum Sonntag heute mit Gedanken von Mathea Dieker, Pfarrerin im Probedienst im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. (Grafik: EKKLP)

Als Kind war ich gerne bei meiner Oma. Ich habe es genossen, da einfach sein zu können und auch manche Freiheit genießen zu können, die ich bei meinen Eltern nicht hatte. Auch als ich älter wurde, war ich gerne bei ihr – nur da ging es mir dann weniger um die Schokolade, die ich von ihr bekam. Sondern ich durfte entdecken, wie schön es ist mit jemandem zu reden, der so viel mehr Lebenserfahrung hat. Ihre Sicht der Dinge hat mich oft beruhigt, auch geerdet.

 

Meine Oma war intellektuell gesehen jetzt kein Überflieger. Aber sie hatte sie hatte so etwas wie Weisheit. Sie konnte mir Lebensweisheiten mitgeben. Für mich war das ein großer Schatz.

 

Weisheit scheint mir in diesen Tagen von besonderer Wichtigkeit zu sein. Sämtliche Systeme unserer Gesellschaft oder unserer Welt werden im Moment in Frage gestellt und kommen ins Wanken. Da ist Weisheit gefragt. Nicht nur unsere Politiker, sondern auch wir brauchen für unser persönliches Leben Weisheit, um gute Entscheidungen zu treffen.

 

Aber wie kommen wir dahin?

 

Über den Monat September steht ein Vers aus dem Buch Sirach in der Bibel: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.“ Hier geht es weniger um Weisheit als Lebenserfahrung, sondern eher um eine innere Ausrichtung. Gott lieben – das ist eine Form von Weisheit. Es ist sogar die allerschönste Form von Weisheit.

 

Gott kennt alle Geheimnisse, sieht jede Wendung und jede Regung des Herzens. Ihn zu lieben, heißt, Ihn zu suchen, Seine Wege gehen zu wollen, auch anzuerkennen, dass man selbst wenig Erkenntnis hat. Damit stellen wir unser Herz auf Empfang: Wir werden mehr und mehr Seine Sicht der Dinge erkennen. Und wir werden geerdet in einer Sicherheit, die nur Er geben kann.

Sowie ich früher mit meiner Oma am Küchentisch saß, Tee mit ihr trank und einfach zuhörte – so setze ich mich heute mit Gott zusammen und empfange, was immer Er für mich hat.

Mathea Dieker

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

 

Mathea Dieker, Pfarrerin im Probedienst, Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg

 

 

 

 

 

 

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