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Stark machen für den Gemeinsinn

22.3.2025

Iris Jänicke ist Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Lüdenscheid Plettenberg.
Iris Jänicke ist Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Lüdenscheid Plettenberg.

Hilfe für Menschen in Not und in sozial ungerechten Verhältnissen ist für Christinnen und Christen eine ständige Verpflichtung. Denn der Glaube an Jesus Christus und die praktizierte Nächstenliebe gehören zusammen. Das zeigt auch das Wort „Diakonie“: unter diakonia versteht man im Altgriechischen alle Aspekte des Dienstes am Nächsten.

Nach der Beschlussfassung im Deutschen Bundestag über das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen und Änderungen an der Schuldenbremse darf das Soziale nicht aus dem Blick geraten. „Innere, äußere und soziale Sicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, so der Diakoniepräsident Rüdiger Schuch. Ein leistungsfähiger Sozialstaat sei Voraussetzung dafür, „dass alle Menschen gut durch die vielen Umbrüchen und Krisen kommen und das Vertrauen in die Politik nicht verlieren“.  Dazu gehöre auch die Arbeit gegen rechtspopulistische und minderheitenfeindliche Einstellungen.

Das christliche Menschenbild der Diakonie ist nicht vereinbar mit Angstmacherei, Herabsetzung von anderen Bevölkerungsgruppen und menschenfeindlicher Rhetorik.

Unser Gemeinsinn gründet auf der Einsicht in die unverlierbare Würde jedes Menschen. Jesus selbst lebte diese Einstellung vor. Er ergriff das Wort für Benachteiligte, ging auf gesellschaftlich Ausgegrenzte zu und linderte Not – ohne groß zu fragen, ob der Notleidende aus eigener Schuld in die Misere gelangt war.

In dieser Zeit der Umbrüche und Verwerfungen sind wir alle gefragt, jeder Einzelne,  für unser soziales Miteinander einzustehen, respektvoll miteinander umzugehen, unreflektiertem und populistischen Gerede zu widersprechen und uns immer wieder für die Armen stark zu machen. Lassen wir uns unseren Gemeinsinn, der zum Glück in unserer Region noch lebendiger ist als anderswo in der Welt, nicht austreiben!

 

von Iris Jänicke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes

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